Mickhausen verpachtet die Dächer des Kindergartens

Mickhausen, den 11.06.2021

 Ein Energie-Service-Unternehmen errichtet auf dem Dach des Mickhauser Kindergartens eine Photovoltaikanlage. Das hat für die Kommune Kostenvorteile.

VON SIEGFRIED P. RUPPRECHT

Auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand der Erweiterungsbau des Kindergartens St. Wolfgang im Mittelpunkt. Diesmal brachte das Gremium bei der Betreuungseinrichtung die Außenanlagen und die Umsetzung einer Photovoltaikanlage auf den Weg.

Die Gestaltung der Wege- und Terrassenflächen des Kindergartenbaus mit Splitt, Pflaster oder Asphalt beziehungsweise einer Mixtur aus diesen Befestigungen koste zwischen 160.000 und 183.000 Euro, so Architektin Cornelia Thümmel. Die erste Kostenschätzung vor fünf Jahren habe sich noch bei 135.000 Euro bewegt, antwortete sie auf Nachfrage.

Wege sind Kombination aus Asphalt und Pflaster

In diesem Zusammenhang brachte sie auch einen neuen Gedanken ins Spiel. Auf Wunsch des Betreuungspersonals soll noch bei den Gruppenräumen der unter dreijährigen Kinder eine Terrasse entstehen und das dortige Areal mit einem Zaun gesichert werden.

Die Gremiumsmitglieder favorisierten schließlich bei den Wegen und Terrassen eine Kombination aus Asphalt und Pflaster. Bei der Umzäunung votierten sie für einen Doppelstabmattenzaun. Die Kosten dafür bezifferte Cornelia Thümmel auf rund 190.000 Euro. Bei der Ausgestaltung des Atriums legten sich die Gemeinderatsmitglieder auf Recyclinggummimatten fest.

Sonnenenergie vom Dach des Mickhauser Kindergartens

Ebenfalls erneut wurde die Umsetzung einer Photovoltaikanlage auf den Dächern des Kindergartens auf Basis einer Verpachtung diskutiert. Anlass dazu war die Bitte aus dem Gremium, bei diesem Projekt nach Möglichkeit ortsansässige Firmen einzubinden. Wie Bürgermeister Mirko Kujath mitteilte, habe keine der angefragten Firmen ein ähnliches Konzept im Angebot. Unbeantwortet blieb bislang auch das Angebot über eine Kaufanlage.

Dementsprechend kam wieder das Photovoltaikkonzept mit Speicherlösungen ins Spiel. Inhalt des Angebots sei eine Premium-Photovoltaikanlage mit 62,9 Kilowatt Peak Leistung, plus einem Hochleistungs-Batteriespeichersystem mit fünf Kilowattstunden Nutzkapazität sowie Cloud-Zugang und Ladesäulenausstattung mit einer 20-jährigen Laufzeit und einer weiteren fünfjährigen Option.

Firmenvertreter stellen Energiekonzept vor

Mit im Gepäck hatten die Firmenvertreter auch zwei Szenarien, die den Deckungsgrad der Anlage für einen 55-und 45-prozentigen Eigenverbrauch bei 20.000 und 47.000 Kilowatt beinhalteten. Bei der ersten Variante hätte die Gemeinde einen jährlichen Vorteil von rund 2000, bei der zweiten von circa 4400 Euro. Zudem würde die Kommune mit diesem Konzept pro Jahr 9,5 beziehungsweise 22,3 Tonnen COeinsparen.

Diese Argumente sowie die Feststellungen, dass das Unternehmen die komplette Finanzierung, den Betrieb sowie die Wartung und Sicherheit der Anlage voll umfassend übernimmt und die Gemeinde nur die tatsächlich verbrauchte Strommenge bezahlt, überzeugten die Gremiumsmitglieder. Einstimmig beschlossen sie, im Kindergarten das Photovoltaikkonzept umzusetzen.

Gestaffelte Kampfhundesteuer in Mickhausen nicht zulässig

Neben einigen Bauanträgen votierte der Gemeinderat noch für eine neue Erschließungsbeitragssatzung. Eine Änderung ergab sich gegenüber der in der vergangenen Sitzung beschlossenen Steuer von 1000 Euro für den zweiten Kampfhund und 1500 Euro für jeden weiteren. Die gestaffelte Steuer sei laut Innenministerium nicht zulässig, machte der Bürgermeister aufmerksam. Dies führe zu einer sogenannten erdrosselnden Wirkung. Es wäre dann unwirtschaftlich, diese Vierbeiner zu halten. Steuersteigerungen für weitere Kampfhunde seien demnach unzulässig.

 

Bild zur Meldung: Siegfried P. Rupprecht